Zum Android-Update-Dilemma

In der aktuellen c’t 9/2012 ist ein mehrseitiger Artikel über die Update-Problematik bei Android-Geräten. Es wird visuell aufgezeigt, wie die derzeitige offizielle Versorgung des Systems mit Updates aussieht (schlecht), die in der c’t gezeigte Grafik ist wohl stark von Michael DeGustas Grafik inspiriert.

Es ist erschreckend, wie die Update-Problematik von fast allen Herstellern noch immer ignoriert wird. Das Problem ist seit mindestens 1,5 Jahren so massiv, dass ich mich wundere, dass noch nichts schlimmeres passiert ist. Sicherheitslücken in Android 2 zu finden, dürfte keine Schwierigkeit sein und ob der ausgetrockneten Update-Pfade müssen sich die bösen Jungs über die Summe an Zielgeräten auch keine Sorgen machen.

Man muss sich das mal vorstellen: Seit Oktober 2011 existiert Android 4 und bis dato gibt es kaum Geräte mit dieser Software. Wenn Apple das neue iPad mit iOS 4 ausgeliefert hätte, wäre das Geschrei groß gewesen, aber bei Android scheint das dem Gros der Anwender egal zu sein?

Oft wird über die »Apple-Steuer«, den höheren Kaufpreis für iPhone und iPad im Gegensatz zu Android-Geräten, hergezogen: Anders betrachtet bietet diese »Extra-Gebühr« (so sie denn existiert) aber eine auf mindestens 2 Jahre und 3 Hauptversionen bestehende Versorgung mit System-Updates — am gleichen Tag des Releases. So relativiert sich das alles wieder und die Apple-Geräte sind auf einmal gar nicht mehr so teuer.

4 Gedanken zu „Zum Android-Update-Dilemma

  1. Ich sehe das differenziert. Zum einen gebe ich dir vollkommen recht beim Thema Sicherheitsupdates. Auf der anderen Seite brauchen die meisten Anwender kein Android 4. Hat sich kaum was geändert. Außer das Design und das sehen die wenigsten, da ja Sense, Motoblur oder Touch Wiz drübergestülpt werden. Zudem werden die Updates schlampig umgesetzt und schaden ehr der Performance als sie nützen.
    In sofern sollte der Weg zweigeteilt werden. Auf der einen Seite Oberfläche die für die Hersteller nicht Plicht ist und auf der anderen Seite die Sicherheitsupdates. Für letztere müssen sich die Hersteller verpflichten, Updates für 2-3 Jahre bereit zu stellen. Sonst keine Google Zulassung.

  2. gar nicht gänzlich verkehrt aber
    – die oft beklagten Apple Produktpreise basieren EBEN nicht NUR auf iOS Kram auf deren Basis zu im Vergleich gerade argumentierst
    – wenn man schon wild mit willkürlichen Zahlen rumwirft – wie berechnet man die tendenziell im Kern-OS (non iOS) oft praktizierte schlechte Angewohnheit bekannte Sicherheitslücken erst nach Monaten zu patchen? Würde ja wieder kontraproduktiv in die Preis-Argumentation oben reinlaufen ;)

  3. Ich denke bei dem Aufschreiunterschied zwischen iOS und Android spielt auch eine Menge Filterbubblewahrnehmungsverzerrung eine Rolle. Die Nutzergruppen sind anders, die Android-Hauptgruppe (die nicht einmal wissen, was Android ist) interessiert sich dafür gar nicht. Aber auch der Hauptteil der iOS-Nutzer wird nicht wissen, was jetzt für ein System auf seinem Gerät läuft, ebenso wie bei den Androidnutzern. Der große Unterschied liegt bei den Nutzern der sozialen Netze, da sind iOS Geräte sehr viel präsenter. Daher kommt das laute Geschrei eigentlich von einer Minderheit.

  4. Was das Desinteresse an neuen Versionen auf dem eigenen Gerät angeht:
    Die meisten (neuen und naiven) Nutzer von „Computern“ und „Handys“ verstehen diese Geräte als Toaster. Schonmal nen Toaster geupdatet? Oder nen Ofen?

    Auch bei iOS-Nutzern fällt mir immer öfter auf, dass es viele gibt, die nicht relativ schnell ihr mobiles Gerät updaten (das liegt sehr oft an der auslaufenden iTunes-Bindung und damit auftretenden Problemen).

    Die Nutzer von Smartphones und Tablets sind bei Weitem nicht mehr alle Technik-affin, sondern aus der anderen Welt. Sofern ein Gerät das tut, was es schon seit kauf tut, ist es nicht kaputt. Neue Funktionen kommen mit neuen Geräten – nicht aus der Luft.

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