Über unflexible Videos im Netz

Seit mehreren Jahren ist es kein Problem mehr, im Netz Videos anzusehen. Ganz im Gegenteil, Video macht einen gewaltigen Teil am Datenstrom des Internets aus.

Umso erstaunlicher finde ich es, wie rückständig noch immer die Darstellung der Videos ist. Genau genommen gibt es momentan zwei Versionen, wie man sich Videos im Internet ansieht:

  1. Auf einer Website wie YouTube, Vimeo oder eingebettet in eine andere Website: Mit Glück kann man die Größe des Videofenster innerhalb der Seite ändern; mit Pech nicht. Das kann man nun so hinnehmen und das Video im aktuell offenen Tab so ansehen, wie es präsentiert wird. Wechselt man den Tab oder das Programm (bei kleinen Bildschirmen), sieht man nichts mehr. Die zweite Methode:
  2. Man schaut sich das Video im Vollbild-Modus an. Das bietet sich natürlich auf großen Monitoren und / oder Videos an, die in FullHD besser kommen.

Beide Methoden haben erhebliche Schwächen. Die zweite Methode eignet sich natürlich für all das, was die volle Aufmerksamkeit fordert, man sieht aber auch eben sonst nichts mehr. Die erste Methode ist so unflexibel, wie sie nur sein kann: Das Video kann nicht in der Größe verändert werden, man kann das Browserfenster nur begrenzt umher schieben.

Viel besser wäre es, wenn das Video als eine Art eigenständiges Layer gestartet würde: Mit Klick / Abspielen löst sich das Video aus der Website hinaus und man bekommt ein eigenes »chromeless«-Fenster, so, wie es beispielsweise seit QuickTime X bekannt ist. Das Video ist der King, Bedienelemente oder anderes kommen nur zum Vorschein, wenn man darüber hovert. Das Video kann so auf dem / den Monitor(en) positioniert werden, wie und wo man möchte, natürlich ist auch die Größe veränderbar. Die Qualität des Videos sollte natürlich idealerweise mit der Fenstergrößer korrelieren — wenn das Fenster beispielsweise auf die Dimensionen von 720p aufgezogen wird, sollte der Player das Video auch dieser Qualität liefern1. Ebenso sollte das Fenster einen »Always-on-top«-Modus haben, den es immer sichtbar hält, selbst, wenn andere Fenster den gleichen Platz auf dem Desktop beanspruchen.

Mit dieser Methode könnte man ein Video so ansehen, wie man möchte: Groß, klein, oben, unten, rechts, links, bei der Arbeit, nebeneinander, … et cetera.

Also, Browser- und Plugin-Hersteller: Wer baut mir den Web-Video-Player meiner Träume? Und überhaupt: Wie seht ihr das?

  1. YouTube macht das momentan auch schon, das ist aber eher hinderlich als vorteilhaft: Bei Änderung der Fenstergröße zu Vollbild wird das aktuell noch im Puffer befindliche Video verworfen und es wird »hart« das neue in (Full-)HD angefordert. Das führt dann wieder zu einer kurzen Wartezeit. Besser wäre es, wenn der Player im Hintergrund lädt und dann einfach zu einem passenden Zeitpunkt auf die höhere Qualität umschaltet — ohne Unterbrechung.

Ein Gedanke zu „Über unflexible Videos im Netz

  1. Ich stimme dir da vollkommen zu, das ist absolut nervig. Youtube hat inzwischen immerhin die Möglichkeit eingebaut das Video über die rechte Sidebar auszudehnen. Das ist immerhin etwas, hilft einem bei eingebetteten Videos aber nicht wirklich weiter. Ich klick mich daher meist zu Youtube durch, um dann diesen breiten Modus zu nutzen. Bei Vollbild auf 27″ macht das mit einem 360p Video nicht wirklich Spaß.

    Wenn ich mich richtig erinnere hatte Youtube früher mal die Möglichkeit geboten das Video in einem PopUp zu öffnen, oder zumindest irgendein anderer Videoanbieter. Da gab es dann aber auch nur die festgelegte Größe oder Vollbild als Möglichkeiten.

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