Über Klang, In-Ear-Kopfhörer und Subjektivität

Ich mag Musik. Ich höre viel Musik und das auch unterwegs. Dabei kommt man kaum umhin, sich um die Kopfhörer Gedanken zu machen, über welche man diese Musik in die Ohren bringt.

TL;DR: Wer einen günstigen Hörer mit akzeptablen Klang möchte, sollte zum Creative EP 630 (bzw. EP 630i als Headset) greifen. Wer höchsten Hörgenuss möchte, sollte sich den Beyerdynamic MMX 101 iE (bzw. DTX 101iE als reiner Hörer) anhören.

Beyerdynamic MMX 101 iE mit Comply Foams

Beyerdynamic MMX 101 iE mit Comply Foam

Wer auch unterwegs seine Musik mit akzeptabler Klangvielfalt hören will, wird um In-Ears kaum herumkommen 1. So geht es auch mir und ich will hier kurz mal berichten, was ich in den letzten 5 Jahren an Kopfhörern hatte. Dabei gibt es meiner Meinung nach drei Hauptkriterien, an welchen man die Qualität des Kopfhörers festmachen kann:
Klang, Verarbeitung und Preis-Leistungs-Verhältnis.

Klang

Das Klangempfinden eines Kopfhörers oder eines Lautsprechersets ist viel subjektiver, als man glauben mag. Die Qualität der Wiedergabe kann man zwar technisch messen und festhalten, aber eine hundertprozentig lineare, unverfälschte Wiedergabe ist oft gar nicht gewünscht. Anders sind Renaissancen von Vinyl-Platten und Röhrenverstärkern meiner Meinung nach kaum zu erklären. Zu dieser gewünschten Abweichung kommen mit zunehmendem Preis noch jede Menge anderer, sagen wir mal nett, Voodoo-Faktoren. Bei Kopfhörern sind diese längst nicht so stark ausgeprägt wie bei Lautsprechern oder deren Kabeln / Zubehör, wo man Unsummen für sauerstofffreie Silberkabel ausgeben kann, die man dann nur in einer Richtung, bitteschön auf eigenen Podesten, an seinen Verstärker anschließen darf. Mit solchem Umfug erkauft man sich einen subjektiv besseren Sound, denn das viele Geld muss ja etwas gebracht haben. Einem Doppelblindtest dürfen solche Sachen jedoch nicht standhalten.

Solche Extreme gibt es im Kopfhörer-Bereich (noch) nicht, dennoch wird in verschiedenen Foren davon berichtet, dass sich Kopfhörer warmspielen müssen und dass sie nach einigen Stunden (andere sprechen sogar von Hunderten(!) Stunden) anders klingen als am Anfang. Das Gegenteil dürfte der Fall sein: Das Gehör stellt auf den Kopfhörer ein und dessen Klang gefällt einem nach einer Zeit besser. Die Art von Leuten, die an solche Zaubertricks glauben, ist im Allgemeinen sehr störrisch und hat sich feste Meinungen über Marken und deren Kombinationen gebildet (Verstärker Typ X funktioniert nur mit Lautsprechern vom Typ Y gut!), wobei auch hier das meiste rein subjektiv und einer Hörsystem-Einfärbung geschuldet sein dürfte. Erschwerend kommt hinzu, dass man Klänge ohnehin nur äußerst schwer miteinander vergleichen kann. Hat man zwei Fotos aus verschiedenen Laboren und möchte sie bewerten, kann man sie nebeneinander legen und die Unterschiede ausmachen. Bei Tönen klappt das nicht, hier muss man nacheinander hören und man braucht auch eine Reihe von Referenz-Songs, die man kennt und deren Details man auch im Kopf hat2.

Das andere Extrem sind Leute, die wenig oder keine Ahnung und kaum Vergleichsmöglichkeiten haben. Wer standardmäßig Chartmusik über einen Handylautsprecher, Flachbildfernseher oder Laptop hört, empfindet jeden 5€-Kopfhörer und jedes 2.1 Brüllwürfel-System als Hochgenuss und eine Steigerung des Bisherigen. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Leute oft ebenfalls nicht auf linearen Klang aus sind, für sie muss es vor allem knallen und ordentlich Bass bringen. Um das zu erreichen, wird dann gerne am Equalizer herumgedreht, bis es passt. Addiert man dann noch den bei Chartmusik leider exzessiv praktizierten Loudness-War dazu, kommt eine dynamiklose Pampe heraus. Mit Produktrezensionen solcher Leute kann ich dann leider nichts anfangen, sie sehen prototypisch etwa so aus. Dummerweise sind viele Foren und Shops scheinbar voll mit solchen Meinungen, sodass man auf die Summe an Bewertungen oft nicht sonderlich viel geben sollte.

In die gleiche Kerbe schlagen meiner Meinung nach auch Modemarken wie Beats by Dr. Dre. Sie haben — verglichen mit Handylautsprechern — natürlich einen besseren Klang und vor allem ein cooles Image. Setzt man diesen (vollkommen übertrieben basslastigen) Klang aber in’s Verhältnis mit dem überzogenen Preis, wird schnell klar, dass man das Geld an falscher Stelle lässt: Zum Preis von etwa 130€ bekommt man eine recht matschige Basswanne. Das kann man auch hundert Euro billiger haben.

Die Existenz beider Lager (und allem, was dazwischen existiert) macht es äußerst schwer, Kopfhörer an Hand ihrer Bewertungen in Foren, Magazinen oder Online-Shops zu bewerten. Es ist durchaus möglich, dass ein Kopfhörer von Leuten der ersten Gruppe in Grund und Boden geschrieben wird und von der zweiten Gruppe gelobt wird. Beides sagt aber nichts über die eigentlichen Fähigkeiten des Hörers aus. Ich bin für mich zu dem Entschluss gekommen, dass ich da nur noch mir selbst (und einer Hand voll anderer Leute) vertraue und Rezensionen kaum Glauben schenke3.

Bei In-Ohr-Kopfhörern ist der richtige Sitz für einen guten Klang sehr entscheidend, weil die Wiedergabe tiefer Frequenzen nur dann gelingt, wenn der Hörer richtig ins Ohr angepresst wird. Jedes Modell kommt in der Regel mit verschieden großen Silikonadaptern, von denen mindestens ein Paar passen sollte. Man sollte sich etwas Zeit nehmen, das richtige Paar zu finden. Ich persönlich mag die (unverschämt teuren) Comply Foam-Schaumstoffaufsätze statt der Silikonringe: Sie halten die Hörer noch fester im Ohr, fallen weniger leicht raus und schützen die (teuren) Hörer vor dem Eindringen von Schmutz, wenn sie ein Vliesgitter in der Mitte haben. Die Schaumstoffaufsätze lassen sich auch leicht mit Wasser und Seife reinigen. Es gibt sie in verschiedenen Größen (S/M/L) für verschiedene Kopfhörersysteme (die Zahl gibt den Durchmesser des Hörkanals in der Mitte an) und mit (Modell Tx) oder ohne (Modell T) Vlies in der Mitte. Die Schaumstoffaufsätze sind ganz klar Geschmackssache: Sie fühlen sich in den Ohren an wie Lärmschutzstöpsel. Wer diese nicht mag, wird die Complys auch nicht mögen.

Soviel vorweg zum Klang.

Verarbeitung

In-Ohr-Kopfhörer sind klein. Sehr klein. Sie sind, verglichen mit klassischen Kopfhörern so klein, dass sich daran nichts reparieren lässt und Materialien darüber hinaus durch den Außeneinsatz hohen Belastungen ausgeliefert sind. Daraus ergibt sich ein um ein vielfaches höheres Ausfall- und Defektrisiko. Ich kann ein Lied davon singen. Soll ich? Nein, besser nicht. Jedes(!) Paar In-Ohr-Kopfhörer, die ich in den letzten fünf Jahren hatte, hat binnen eines Jahres den Geist aufgegeben. Jedes. Nicht ein Paar hat länger gehalten. Dabei behandele ich die Hörer sehr pfleglich, wickele sie nicht eng auf, ziehe nicht daran und verstaue sie immer in einer Plastikdose. Vielleicht bin ich da auch eine Ausnahme, aber es scheint mehr Leuten so zu gehen: Diese Hörer halten einfach nicht lange.
Ursache Nummer eins: Kabelbruch. Wenn sich ein Wackelkontakt bemerkbar macht, ist es nicht mehr lange hin, bis der Kabelbruch an die Türe klopft. Und da sich, wie schon gesagt, bei den kleinen Biestern keine Teile tauschen oder reparieren lassen, ist das der sichere Tod für den Kopfhörer4. Ich habe sämtliche defekte Kopfhörer zum Händler eingeschickt und auch stets mein Geld zurück bekommen. Der Vorteil dabei: Ich konnte mir jedes Mal neue, andere Hörer aussuchen (und diese dann bald darauf wieder einsenden…). Der Kabelbruch-Makel muss den Herstellern bekannt sein. Es scheint aber keinen zu kümmern.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Mit den beschriebenen Qualitätsmängeln bekommt das Preis-Leistungs-Verhältnis einen völlig anderen Stellenwert. Normalerweise würde man hier den Klang ins Verhältnis zum Preis setzen, aber meiner Meinung nach muss man die Verarbeitung und Ausfallrate auch mit berücksichtigen: Gesetzt den Fall, man schickt die Hörer nicht ein, sie sind kurz außerhalb der Garantie, … hat man im Falle eines Defektes schon mal 100€ in den Sand gesetzt. Sicher, man hat vielleicht ein Jahr Hörspaß gehabt, aber ich finde, man hat trotzdem viel Geld in den Sand gesetzt. Nochmals: Bei normalen, großen Hörern5 lässt sich ein Kabel ohne Probleme tauschen und auch sonstige Probleme lassen sich in aller Regel reparieren. Die Gretchen-Frage ist tatsächlich: Ist mir ein besserer Klang wirklich diesen Aufpreis wert? Oder tut es ein 13€-Kopfhörer auch, wenn er doch ohnehin geplant kaputt geht?


Hier nun eine Liste aller meiner In-Ohr-Kopfhörer, die ich bisher genutzt habe. Eventuell vorhandene Mikrofone habe ich nicht mitgetestet / in die Wertung aufgenommen. In der Regel gibt es alle Modelle mit und ohne Headset-Funktion (Mikrofon + Button zur Anrufannahme, Musiksteuerung. Teilweise auch Lautstärke); der Preisunterschied beträgt etwa 30 Euro. Um das bei der Liste unten ins Verhältnis zu setzen, habe ich dazu geschrieben, ob es sich um eine Version mit oder ohne Mikrofon handelte.

Sennheiser CX 300

Die CX 300 waren meine ersten In-Ohr-Kopfhörer. Sie sind meiner Meinung nach Baugleich mit den Creative EP 630, waren aber mit 35€ mehr als doppelt so teuer. Klang und Verarbeitung wie bei den Creative (siehe unten); auch der Grund des Defektes war der gleiche: Kabelbruch am Stecker.
★★★☆☆ Klang
★★★☆☆ Verarbeitung
★★☆☆☆ Preis-Leistung
nicht mehr erhältlich; damals rund 35€; reiner Kopfhörer ohne Mikrofon oder Musiksteuerung

Koss The Plug

Billige Verarbeitung, extrem dünne, fragile Kabel. Klang deutlich basslastig und wenig differenziert. Stöpsel schwer zu reinigen / entfernen. Diese Hörer haben bei mir kaum einen Monat gehalten, dann fiel eine Seite aus und die ganze Konstruktion auseinander. Auf keinen Fall empfehlenswert.
★★☆☆☆ Klang
★☆☆☆☆ Verarbeitung
★★★☆☆ Preis-Leistung
rund 13€ bei Amazon; reiner Kopfhörer ohne Mikrofon oder Musiksteuerung

Creative EP 630

Die Creative habe ich eigentlich aus Notnagel gekauft, als ich auf den Ersatz eines anderen Modells länger warten musste. Sie sind vergleichsweise gut verarbeitet, haben an den Hörern einen guten Knickschutz; am (geraden) Stecker eher nicht. Klanglich sind sie bassbetont mit deutlicher Loudness-Wanne, aber durchaus erträglich. Es fehlt an Details. Für den Preis jedoch eine klare Empfehlung. Defekt wegen Kabelbruch am Stecker unten. Meiner Meinung nach baugleich mit Sennheiser CX 300. Ich habe mir mittlerweile ein zweites Paar als Notkopfhörer zugelegt.
★★★☆☆ Klang
★★★☆☆ Verarbeitung
★★★★★ Preis-Leistung
rund 13€ bei Amazon; reiner Kopfhörer ohne Mikrofon oder Musiksteuerung

Ultimate Ears MetroFi 170

Die Ultimate Ears (mittlerweile wurde die Firma von Logitech übernommen) gab es damals als Modelle 170 und 210. Ich konnte beide kurz testhören, habe keinen Unterschied gehört und mich somit für die günstigeren 170 entschieden. Der Klang ist tendenziell spitz, etwas matschig und nicht sonderlich ausgewogen. Dazu kommt die seltsame Befestigungsmechanik für die Silikonpads, die mehr als einmal bei mir dazu geführt hat, dass das Silikon im Ohrkanal stecken geblieben ist — nicht besonders angenehm. Defekt wegen Kabelbruch am Stecker, dessen »Knickschutz« viel zu starr ist und somit dazu beiträgt, dass das Kabel bricht.
★★★☆☆ Klang
★★☆☆☆ Verarbeitung
★★☆☆☆ Preis-Leistung
nicht mehr erhältlich; damals rund 30€; reiner Kopfhörer ohne Mikrofon oder Musiksteuerung

Ultimate Ears SuperFi 5vi

Die SuperFi 5vi klingen deutlich runder und linearer als die 170, aber dennoch etwas dünn. Sie sind recht neutral und geben die Details der Musik gut wieder. Die SuperFi 5vi kommen einer neutralen Wiedergabe ziemlich nahe. Insgesamt OK. Defekt wegen Kabelbruch am Stecker (gleiche Ursache wie bei MetroFi 170)
★★★★☆ Klang
★★☆☆☆ Verarbeitung
★★★☆☆ Preis-Leistung
rund 80€ bei Amazon;Headset mit Musiksteuerung

Klipsch Image S4i

Die Klipsch-Hörer haben viel Lob von verschiedensten Seiten bekommen, ich persönlich finde sie für das gebotene zu teuer. Der Klang ist im Großen und Ganzen neutral und ohne Ausreißer, zeigt aber wenig Details. Nach 3 Wochen (!) klemmte einer der Knöpfe und ließ sich nicht mehr drücken. Überhaupt wirkt das Bedienfeld sehr fragil. Ich vermute, dass ein Kabelbruch auf Grund der dünnen Kabel mit mäßigem Knickschutz auch nur eine Frage der Zeit gewesen wäre.
★★★☆☆ Klang
★★☆☆☆ Verarbeitung
★★☆☆☆ Preis-Leistung
rund 75€ bei Amazon; Headset mit Musiksteuerung

Shure SE215-CL

Die Shure-Hörer habe ich nicht gekauft, ich durfte sie aber ausgedehnt probehören. Sie sind recht groß und man muss sie falsch herum ins Ohr einsetzen, das Kabel also einmal um das Ohr führen6. Die Kopfhörer sind über jeden Zweifel erhaben und bringen Details souverän, aber kalt zum Ausdruck. Der Bassbereich ist recht schwach, was Geschmackssache ist; mir ist er zu schwach. Die Verarbeitung ist tadellos, die Kabel sind abnehm- /tauschbar und sehr steif. Es gibt auch ein Kabel mit eingebauter Headset-Funktion, dass aber rund 40 € kostet. Zur dauerhaften Haltbarkeit kann ich hier nichts sagen, dennoch erschien mir die Verarbeitung als die bisher beste aller In-Ohr-Hörer, die ich in den Händen hatte.
★★★★☆ Klang
★★★★★ Verarbeitung
★★★☆☆ Preis-Leistung
rund 95€ bei Amazon; reiner Kopfhörer ohne Mikrofon oder Musiksteuerung

Beyerdynamic MMX 100 / MMX 101 iE

Die Beyerdynamic sind sehr unscheinbar und klein, insbesondere neben Mehr-Treiber-Hörern wie den Shure SE215-CL, haben es aber richtig in sich. Der Klang ist warm, voll, definiert und in allen Frequenzlagen präsent. In Sachen Neutralität sind sie meiner Meinung nach an der Grenze, einen Tick neutraler dürften sie sein. Dennoch gefällt mir der Beyerdynamic-Klang mit Abstand am besten.
Ich hatte zuerst das Modell MMX 100, das nach Kabelbruch im rechten Hörer gegen die MMX 101 iE ausgetauscht wurde. Die Unterschiede sind minimal: Das Kabel ist etwas dicker (somit auch steifer und hält nun hoffentlich länger); zusätzlich liegt ein Y-Adapter zur Verwendung an zweifach-Klinkensteckern bei.
Die Verarbeitung ist zwiespältig: Der Metallkorpus wirkt wertig, ist mir bei den MMX 100 allerdings schon auseinander gefallen, da er wohl nicht richtig verklebt war. Nach Zusammenstecken hielt es dann wieder, einen komischen Eindruck macht das aber trotzdem7. An den Kabeln und den Knickschützen gibt es nichts auszusetzen.
★★★★★ Klang
★★★☆☆ Verarbeitung
★★★★☆ Preis-Leistung
momentan rund 70€ bei Amazon (kostet auch gerne mal ~100€); Headset mit Musiksteuerung


Wie im Text oben schon angedeutet, muss sich jeder die Frage stellen, wie viel Geld der Unterwegs-Klang wert ist.

Wer einen günstigen Hörer mit akzeptablen Klang möchte, sollte zum Creative EP 630 (bzw. EP 630i als Headset) greifen. Wer höchsten Hörgenuss möchte, sollte sich den Beyerdynamic MMX 101 iE (bzw. DTX 101iE als reiner Hörer) anschauenhören.

Je lauter die Umgebung, desto schwerer wird es allerdings fallen, feine Details noch zu differenzieren. Die Unterschiede bei den verschiedenen Modellen sind deutlich hörbar, allerdings nicht so eminent, wie es die Unterschiede im Preis vermuten ließe.

Erschwerend dazu kommt die Qualitätsproblematik: Ich kann aus meiner bisherigen Erfahrung sagen, dass man schon beinahe mit einem Defekt innerhalb von 12 Monaten rechnen muss. Wie man damit umgeht, ist natürlich die andere Sache. In jedem Fall sollte die Hörer reklamieren. Es zahlt sich hier natürlich aus, einen kompetenten Händler zu haben. Bei Amazon läuft der Austausch in der Regel immer schnell ab und man bekommt innerhalb von 1-2 Wochen sein Geld zurück erstattet. Schickt man die Hörer zum Hersteller ein, kann es schon mal länger dauern.

Generell sollte man Kopfhörer nur bei Fachhändlern kaufen, denn Plagiate gibt es bei beliebten Modellen wie Sand am Meer; auch mich hat’s da schon einmal erwischt.

Und jetzt ihr: Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, wo ist die Preis-Schmerzgrenze und wie wichtig ist euch überhaupt guter Klang unterwegs?

  1. Die andere Möglichkeit ist natürlich, klassische, große Kopfhörer mitzuführen.
  2. Für mich ist das mittlerweile Run von Air; Album »Talkie Walkie«. Wenn ich das höre, bilde ich mir ein, innerhalb weniger Minuten schon gut über den Klang eines Kopfhörers / einer HiFi-Anlage Bescheid zu wissen.
  3. Einen der (meiner Meinung nach) wenigen fundierten und aussagekräftigen Tests von In-Ohr-Headsets hat Hartmut Gieselmann in der c’t 24/2009 gebracht. Fundiert deshalb, weil sich Gieselmann nicht auf Esoterik eingelassen hat und sich von Fakten geleitet lassen hat. Aussagekräftig, weil viele Headsets in einem Rutsch vom gleichen Tester begutachtet wurden. Aber sucht man sich durch einschlägige Foren, kommt die Lagerbildung wieder durch: Der Test wird teils gelobt und teils zerrissen.
  4. Sicher, es gibt teure Modelle von Ultimate Ears oder von Sure, die ein wechselbares Kabel haben. Doch diese Kabel kosten dann um die 40€ (siehe Shure SE215-CL). OH HAI Preistreiber.
  5. Tipp hier: Der Sennheiser HD558; unbedingt modden; siehe meine Rezension dazu.
  6. Was generell eine gute Idee ist, um Körperschall zu minimieren. Leider klappt das nicht bei allen Hörern gleich gut und insbesondere bei Headsets hängt das Mikro dann oft direkt unter dem Ohr.
  7. Das war beim linken Hörer; der spätere Kabelbruch hatte damit also nichts zu tun.

11 Gedanken zu „Über Klang, In-Ear-Kopfhörer und Subjektivität

  1. Wer wie ich das Gefühl von In-Ears grundsätzlich nicht mag und trotzdem guten Klang möchte, sollte sich auch mal klappbare On-Ears anschauen. Sehr zu empfehlen sind meiner Meinung nach die AKG-Modelle, besonders die K450 (aber auch die in den umliegenden Preisklassen). Vorteil bei den K450: Das Kabel kann man tauschen. Sollte es mal zu Kabelbruch kommen, oder möchte man wechseln zwischen normal und Headset (Mirko und Playtaste), ist das Kabel in einem Handgriff ab und das andere genau so schnell dran.

  2. Toller Artikel, Martin! Habe mir auf deine Empfehlung hin die Creative EP 630 gekauft und bin sehr zufrieden. Klanglich sind sie sehr ähnlich zum Sennheiser CX 300 und JBud J5, aber etwas schlechter verarbeitet. Den Kabelbruch am Stecker erwarte ich bereits, allerdings stört mich das für das Geld nicht allzu sehr.

  3. Ich bin auch seit Jahren von den beyerdynamics überzeugt. Aber auch meine fallen mir regelmäßig auseinander. Anfangs habe ich sie noch tauschen lassen, was immer ohne Probleme gemacht wurde. Inzwischen hekfe ich mir aber selbst mit etwas Sekundenkleber, was prima funktioniert und ewig hält. Das Problem ist meiner Meinung nach die zu kleine Klebefläche, die sichtlich nicht für die Ewigkeit gemacht zu sein scheint. Schade eigentlich, da es ansonsten grandiose Kopfhörer mit einem unschlagbaren Preisleistungsverhältnis sind.

  4. Sehr ausführlicher Artikel. Und es stimmt, das mit dem Klang ist schon sehr subjektiv. Das ist auch hier der Fall, denn ich bin bei den Beyerdynamic’s nicht Deiner Meinung. Ich hatte sie mir gekauft, weil ich in vielen Foren viele positive Bewertungen zu diesen In-Ears gelesen hatte.
    Nachdem ich sie das erste Mal in den Ohren hatte, war ich aber enttäuscht. Bass viel zu fett für meine Bedürfnisse. Zwar klingt der Hörer rund, warm und es ist auch alles da, aber unten rum meiner Meinung nach zu viel und oben rum zu brav.
    Ich bin ein typischer Ultimate Ears-Hörer. Nicht die billigen <50 EUR, aber Ultimate Ears 600, 700 und Triple.Fi 10 hatte ich alle schon in den Ohren.
    Viele finden wie Du, dass diese Hörer zu wenig Bass haben. Ich finde es richtig gut, wie neutral sich die Ultimate Ears untenrum verhalten. Wenn ein Lied Tiefbass hat, dann bringen es die Hörer perfekt rüber. Nur eben nicht so überzogen. Neutral sind sie halt.
    In den Höhen gebe ich Dir recht. Die Ultimate Ears klingen etwas spitz. Sobald man aber die Comply Foams nimmt, ist das so gut wie weg. Es ist ein Riesen-Unterschied zu den Silikon-Teilen.
    Für mich also die bessere Wahl UE + Comply Foam = neutralre Bässe und etwas poliertere Höhen wie die Beyerdynamic.
    So unterschiedlich können die Ohren also sein.

  5. Kabelbruch gehört glaub ich zum standardfehler wenn die garantie abläuft. Kopfhörer haben bei mir auch nie lang gehalten. Unter anderem auch weil ich sowas immer verlier. Aber um den Kabelbruch zu vermeiden, habe ich mir jetzt die Marshall Minor gekauft:

    http://www.legalo.eu/de/marshall-kopfhorer-minor-fx-black.html

    Die Kabel sind mit Stoff ummantelt. Klanglich sind sie echt top. Und vom Preis her kann man sich nicht beschweren. Ich hoffe auch, dass sie stabiler sind als die 10 € Sony Dinger die ich bisher immer hatte.

    Beste Grüße
    Thorsten

  6. Wow, sehr ausführlicher Artikel. Es ist wie du schreibst „ein subjektives Empfinden“ bei dem Klang der Kopfhörer, der Meinung bin ich auch.
    Was hältst du von dem neuen Bose?
    http://www.noisecancellingkopfhoerer.de/testbericht-zum-bose-quietcomfort-20i-acoustic-noise-cancelling-kopfhoerer/

    Habe den hier entdeckt und überlege mir den für Langstrecke zu holen. Hatte sonst immer recht billige In-Ear, die bei 4 Stunden täglicher Belastung auch toll ihren Dienst (meist 1 Jahr) gemacht hatten.
    Gruß
    Peter

  7. Echt tolles Artikel
    Also habe die Shure SE425 als Drum In-Ear monitoring und bin damit voll zufrieden. Ich war anfangs auch unentschlossen, hatte aber nicht die Möglichkeit alle zur Auswahl stehenden Kopfhörer zu testen und habe mich dann auf die Empfehlung für die Shure verlassen.

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