Ferdinand’s Saar Dry Gin: Mit besten Grüßen von der Saar — Der Gin des Lebens

ferGanz nahe meiner Heimat hat sich still und heimlich eine kleine Gin-Manufaktur empor gearbeitet, deren Produkt wohl einer weiteren Würdigung bedarf.

Dem an der Saar destillieren Gin sieht man sofort seine Herkunft aus einem traditionellen Wein-Anbaugebiet an. Der Zusatz »Schiefer–Riesling Infused« verrät auch dem Letzten das Geheimnis. Dieser Gin wurde aus dem Wein geboren, und dementsprechend aufwändig ist die Gestaltung des Etiketts und der Verpackung. Die mit Blindprägung versehenen Flaschen-Gesicher transportieren eine konservativ-wertstabile Botschaft nach außen, die Flasche ist zudem mit einem Jahrgangs-Korken verschlossen — in meiner Sammlung soweit einzigartig; der Wein sagt andauernd »Hallo«. Das verwendete extravagante Verpackungspapier und der Wachsstopfen tun ihr übriges, um die Einzigartigkeit des Gins zu unterstreichen.

Ebenfalls ist auf dem Etikett die Batch-Nummer und der verwendete Infusions-Riesling angegeben. Ich kann mich glücklich schätzen, eine Flasche aus der erstem Rutsche erwischt zu haben.

Über dreißig regionale Botanicals verleihen dem Gin seinen Geschmack und auf der eigenen Website ist man um größtmögliche Authentizität und Bontanical-Harmonie bedacht. Die volle Auflistung der dreißig Zutaten bleiben uns die Saar-Destiller schuldig, preisgegeben werden immerhin Schlehe, Hagebutte, Angelika, Hopfenblüte, Weinrose, Mandelschale, Koriander, Zimt und Ingwer. Wer hier noch etwas weiter rätseln will, kann das Botanical-Periodensystem auf der Homepage gerne studieren und Zutaten an mich weiter geben. Außerdem erhält jede Flasche einen Spritzer des VDP Schiefer-Rieslings, mit welchem der Gin »dampfinfundiert« wird.

Wie aus der Vielzahl der Botanicals eigentlich auch nicht anders zu erwartet, bietet der Gin schon in der Nase ein umfassend komplexes Bouquet an Aromen, Anspielungen und Möglichkeiten. Aromen von reifen Früchten, Trauben, holzige florale Noten, Zimt und ein minimaler Alkoholgeruch machen Lust auf mehr.

Beim Verkosten zeigt sich dann, dass diese Vielfalt auch im Mund bestehen bleiben kann. Prägnanter Wacholder und eine durchaus angenehme trockene Strenge lenken den Geschmack sehr in die London-Dry-Richtung, stehen aber den übrigen Nuancen nicht im Weg. Auch hier kann und will sich der Gin nicht von seinen Wurzeln verstecken, die Mineralität und leichte Säure eines trockenen Weins sind deutlich zu schmecken: Die Weinbeigabe adelt den Gin und rundet den Geschmack sehr weich ab. Dabei ist der Wein nie aufdringlich oder vordergründig.

Im Nachhall bleibt viel frische ätherische Minze, etwas Zitrus und ein Hauch von weicher Lakritze lange im Gaumen. Ein außergewöhnlicher Genuss.

Ferdinand’s Saar Dry Gin hat 44% Alkohol und wird in der 0,5-Liter-Flasche verkauft. Er kostet ca 35 Euro, etwa bei Amazon.