Empfehlenswerte Mac-Software

Da ich schon öfter mal gefragt wurde, welche Software ich im Allgemeinen für einen neuen Mac empfehlen könne, schreibe ich das hier mal auf. Ich habe diese Liste so oder so ähnlich schon einmal 2011 via Twitter bereitgestellt, hier nun die etwas weiter kommentierte und aktualisierte Fassung. Kostenpflichtige Programme sind mit einem (€) gekennzeichnet.

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Es mag natürlich sein, dass das ein oder andere Lieblings-Programm eines Lesers fehlt, in diesem Fall bitte in die Kommentare posten. Also, los gehts…

MenuMeters zeigt (unter anderem) Netzwerkdurchsatz und CPU-Last in der Menüzeile an. Die Anzeige kann man konfigurieren und nach den eigenen Wünschen anpassen. Ich schaue am Tag gefühlte 500 Mal darauf. Ist mit das erste, was ich auf (m)einem Mac installiere.

Google Chrome ist der Browser meiner Wahl (manche mögen hier Chromium bevorzugen), weil er flexibel, schnell, mit tollen DevTools gesegnet und mit vielen Erweiterungen gepimpt werden kann. Nennenswert hier wären AdBlock (ja, ein Politikum, und wenn ihr es installiert, bitte nicht die Plus-Version nehmen), Edit this Cookie (kann Cookies manipulieren und editieren), Ghostery (sperrt eine Menge Spyware-Tracker), Momentum (bringt eine schöne »Neuer Tab«-Seite), SearchPreview (bringt Vorschau-Bilder in die Google-Suche), Shortcut-Manager (ermöglicht es, JavaScript-Schipsel [→ Bookmarklets] per Tastenkürzel zu steuern), Tamper Chrome (kann Requests manipulieren), User-Agent-Switcher (gaukelt andere Browser vor) und Vimium (macht fast den kompletten Browser Tastatur-bedienbar).

Der Textexpander (€) ist ein universelles Text-Ersetzungsprogramm, mit Schnipseln und deren Bedeutung befüllt werden kann. So wird dann „mfg“ zu „Mit freundlichen Grüßen“ et cetera. Das Programm ist auch praktisch für HTML- / CSS-Snippets und per AppleScript erweiterbar; bspw erzeugt bei mir ein „##“ eine mit bit.ly gekürzte Version der URL, die ich gerade in der Zwischenablage habe. Etwas reduzierter, dafür aber kostenlos, funktioniert das seit einiger Zeit auch direkt in OS X in den Systemeinstellungen > Tastatur > Text. Die dort angelegten Schnipsel werden auch auf ein iPhone / iPad synchronisiert.

Das im Hintergrund unsichtbare Growl ist ein universelles Benachrichtigungssystem, das mit der in Mountain Lion eingeführten »Mitteilungszentrale« leider etwas in den Hintergrund gerückt ist. Dennoch unterstützen viele Programme Growl, es gibt eine Menge an Erweiterungen und Themes.

Frizzix zeigt an, was gerade auf der eigenen Fritz!Box! abläuft: Wenn ein neuer Anruf reinkommt, wird dies signalisiert und iTunes gestoppt. Mit etwas Glück wird die Nummer sogar per Lookup im Telefonbuch in einen Namen aufgelöst.

Frischen Wind auf den Desktop bringen Kuvva oder Satellite Eyes, indem sie entweder jeden Tag ein neues Desinger-Wallpaper (Kuvva) oder ein Luftbild des aktuellen Standorts als Hintergrundbild auf den Desktop laden.

Das BetterTouchTool ist dem eigenen Namen mittlerweile deutlich entwachsen, aber dafür umso mächtiger: Das Tool rüstet für eine Reihe von Eingabegeräten (Touchpad, Maus, Apple Remote, Leap Motion(!), …) konfigurierbare Multi-Touch-Aktionen und Gesten nach. Diese sind sowohl systemweit oder individuell per Programm konfigurierbar. Ursache (bspw. eine Wisch-Aktion mit einer definierten Anzahl von Fingern) und Auswirkung (bspw ein Systembefehl, Fenstergrößenänderung, eine Tastenkombination oder andere Aktion) lassen sich getrennt voneinander bestellen, was das Programm ultimativ flexibel macht.

ForkLift2 (€) ist ein toller NortonCommander-ähnlicher Zwei-Fenster-Dateimanager mit vielen durchdachten Funktionen. Das Programm ist ebenfalls sehr gesprächig, was Netzwerkprotokolle angeht. (WebDav, FTP, SFTP, S3, AFP, SMB…)

Der mit OS X mitgelieferte QuickTime-Medienplayer ist leider von Hause aus sehr beschränkt, was Formate und Abspielvielfalt angeht. Abhilfe schafft das etwas in die Jahre gekommene Perian-Plugin. Ansonsten spielt VLC alle erdenklichen Formate und zeigt sich auch flexibel, was Streaming, Rekodieren et cetera angeht.

Adium ist ein Open-Source Chat-Client für ziemlich viele Protokolle unter anderem auch für den auf XMPP aufsetzenden Facebook-Chat.

Twitter mag man oder nicht. Falls man den Dienst mag, sollte man sich Tweetbot (€) ansehen. Er ist der meiner Meinung nach schönste und funktionalste Twitter-Client für OS X, er synchronisiert sich mit seinem Pendant auf iOS.

1Password (€) speichert alles, was man sich merken, aber nicht öffentlich notieren sollte. Also Passwörter, Kreditkartendaten, PINs, wichtige Informationen und so weiter. Es nistet sich per Plugin in allen Browsern ein, wodurch man sich dann auf den Websites seiner Wahl per Shortcut einloggen kann. Die lästige Tipp- und Sucharbeit entfällt und man muss sich fortan nur noch ein einziges Passwort merken. Das Pendant fürs iPhone tut genau das gleiche; beide synchronisieren Ihre Inhalte. Die Preise für beide Programme sind sehr hoch, es gibt allerdings öfter mal 50%-Rabatt-Aktionen. Dennoch ein für mich unverzichtbares Tool und jeden Euro wert.

OutBank (€) und MoneyMoney (€) eignen sich zur Abfrage von verschiedensten Bankkonten und Kreditkarten. Outbank hat den Vorteil, dass es sich mit der gleichnamigen iOS-App synchronisieren kann.

Coda 2 (€) ist (m)eine Web-Entwicklungsumgebung mit Seitenverwaltung, Editor, SSH-Client und vielen mehr. Letztenendes ist dies aber Geschmackssache, viele Leute schwören auch ebenfalls auf SublimeText.

Mit Kaleidoscope (€) kann man Differenzen in Bildern (!) und Texten vergleichen, dies ist besonders beim Programmieren oder Redigieren von Texten praktisch. Teuer, lohnt sich wahrscheinlich nur, wenn man schon die Vorgängerversion besitzt.

Sequel Pro ist ein sehr schlanker und funktionaler SQL-Editor mit Favoriten, AutoVervollständigung, Befehlshistorie und vielem mehr.

Das hauseigene Terminal wird durch iTerm2 mehr als gut ersetzt.

LibreOffice (bzw OpenOffice; je nach Geschmack) sind annehmbare freie Office-Pakete und verarbeiten weitaus mehr Formate als die Apple iWork-Suite.

Die Dictonary Plugins rüsten im »Lexikon« ein Deutsch-Englich-Wörterbuch und einen Thesarus nach.

Alfred 2 [Powerpack; mehr Funktionen (€)] ist das Mädchen für alles. Er kann Programme starten, iTunes fernsteuern, Aktionen durchführen. Erst mit dem kostenpflichtigen PowerPack geht der Spaß allerdings erst richtig los. Wer Quicksilver von früher kannte, wird Alfred lieben.

TimeMachineScheduler kann das Ein-Stunden-Backup-Intervall für TimeMachine ändern.

Hexpicker ist eine Erweiterung des systemeigenen Farben-Dialogs; es erlaubt die schnelle Aufnahme beliebiger Farben aus irgendwelchen Applikationen / Fotos mit einer Pipette und gibt sie als Hexcode aus.

ImageOptim möchte mit Bildern und Grafiken für’s Web beworfen werden, es verkleinert diese teilweise ganz erheblich (und unsichtbar), indem es unnötige Meta-Informationen und Farbprpfile herausschmeißt.

An Stelle des vormals hier empfohlenen »Mediathek«-Programms verweise ich auf VaVideo, dort lassen sich die Direktlinke zu Sendungen aus der Mediathek direkt anzeigen. Leider funktioniert auch VaVideo nicht mehr zuverlässig, deshalb muss ich auf MediaThekView verweisen.

Eine Übersicht und Einstellmöglichkeiten für versteckte Systemeinstellungen bieten Onxy, Mountain Tweaks, TinkerTool sowie TinkerToolSystem. Viele gute Modifikationen bieten auch die Scripts von Mathias Bynens.

Homebrew (Danke, fidepus!) bringt die Möglichkeit, sehr viele Linux-Kommandozeilenprogramme auf dem Mac installieren zu können.

Cyberduck ist ein OpenSource- FTP und SSH-Programm, das einfach funktioniert.

DaisyDisk zeigt visuell an, wofür wie viel Platz auf der Platte oder SSD drauf geht. Dies ist insbesondere bei SSDs wieder wichtig geworden.

Caffeine versteckt sich in der Menüzeile und verhindert entweder bis zum Ausschalten oder für eine bestimmte Zeit, dass der Bildschirm dunkler wird und dass der Mac in den Ruhezustand geht. Hört sich einfach an — in der Tat. Genauso praktisch ist es auch.

Seil erlaubt das Umbelegen bestimmter Tasten auf andere Tasten. Mein Lieblingsbeispiel hierfür ist die CapsLock-Taste: Sie ist prominent platziert, großflächig, leicht zu treffen und … unfassbar nutzlos. Was läge da Näher, als ihr einen richtigen Verwendungszweck zu geben. Kein Problem. Via PCKH macht man (beispielsweise) die CapsLock-Taste zu einer F12-Taste (oder zu einer anderen F-Taste, die man normalerweise nie drücken würde) und legt dann auf eben diese Taste eine Aktion oder Programm seiner Wahl. Auf diese Weise habe ich die CapsLock-Taste zu einer Alfred-Taste umfunktioniert, denn mit der sich dann öffnenen Kommandozeile kann man wirklich etwas anfangen.

OS X for Hackers ist weniger fies, als es klingt. Hier finden sich sehr viele defaults-Einstellungen, die versierten Leuten das Leben mit dem Mac einfacher machen.

Wenn ihr noch Tools kennt oder gute Vorschläge habt, immer her damit. Ich freue mich über Kommentare, Meinungen, Tweets und Flatts.

8 Gedanken zu „Empfehlenswerte Mac-Software

  1. Safari ist seit Version 6 deutlich schneller als Chrome und besser in die Apple Services integriert (Reading List, iCould Keychain, …). Außerdem würde ich Macports auf jeden Fall durch Homebrew ersetzen. Das greift nicht so stark in’s System ein weil es nach Möglichkeit die vorhandenen Libraries und Tools benutzt. Die installierten tools lassen sich deswegen leichter wieder deinstallieren und dadurch ist es auch schneller.

    Zusätzliche Tipps:
    * Fantastical ist ein Kalender mit fantastischer Texterkennung, dadurch kann man Termine in normaler Sprache eingeben, die Software erkennt was
    davon Beschreibung, Ort, Uhrzeit und Datum sind.
    * ZSH und Oh-My-ZSH (Denn ZShell ist besser als deine Shell, es sein denn deine Shell ist ZShell.)

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