Bombay Sapphire: Der ewiger Klassiker — Der Gin des Lebens

Jeder, der schon einmal in einem Duty-Free-Laden an einem Flughafen war, wird Bombay Sapphire anhand seiner charakteristischen, markenrechtlich geschützten blauen Flasche erkennen. Der 1987 eingeführte Gin (mittlerweile zum Barcadi-Konzern gehörig) ist ein echter Klassiker und kann bedenkenlos jedem empfohlen werden, der einen Einsteiger-Gin sucht.

Der Bombay verdankt seinen Geschmack zehn Botanicals, nämlich Zitrone, Mandel, Süßholz, Wacholder, Schwertlilie, Angelica, Koriander, Zimtkassie, Kubebenpfeffer und Paradieskörnern. Diese Botanicals gelangen nicht direkt in den Alkohol, sondern der Dampf aufsteigenden Alkohols schleppt die Geschmacksstoffe bei dieser Vapour Infusion hieraus mit.

bsDer Bombay wirkt nie aufdringlich und ist in seiner Abstimmung äußerst zurückhaltend und konservativ, was ihn zu einem idealen Mix-Gin macht. Allzu viel sollte man hier allerdings nicht erwarten, außergewöhnliche Geschmacksnoten sind diesem Massen-Gin nicht zu entlocken, was aber auch nicht negativ sein muss. Selbstverständlich kann man den Bombay auch pur trinken, hier überzeugt der Klassiker aber nicht durch besonders hohe Komplexität oder lang anhaltende Aromen. Dies sollte man aber nicht falsch verstehen: Der Gin ist von einwandfreier Qualität und ohne Beanstandungen, aber eben ein Massenprodukt ohne Charaker-Gesicht.

In die Nase bringt der Bombay Sapphire relativ rund Noten von Zimt, Pfeffer und leichter Zitrone mit, bildet aber kein außergewöhnliches fülliges Bouquet aus. Der Geschmack der Aromen am Gaumen wird leider, insbesondere bei der 40%-Version, schnell von plumpem, scharfem Alkohol überrollt. Der Nachgeschmack ist erfreulich mild und lang anhaltend, auch hier bilden vor allem zitronige Noten, Wacholder und fruchtige Noten heraus.

Weiterhin sollte man genau auf das Etikett achten, denn es gibt stets zwei unterschiedliche Versionen des Gins am Markt: Einmal mit 40% Alkohol und einmal mit 47% Alkohol. Wie im Vorwort bereits erwähnt, verliert die Vierziger-Variante gegenüber der Siebenundvierziger deutlich an Charakter und Geschmack: Die feinen Botanical-Noten kommen längst nicht so gut durch, das ist in der Nase und am Gaumen deutlich zu spüren.

Der Bombay Sapphire hat noch einen Cousin aus dem Osten, den Bombay Sapphire East Dry Gin. Dieser schmeckt im Großen und Ganzen ähnlich, eine gemeinsame Signatur der Destillerie ist in jedem Fall zu erkennen. Die asiatisch angehauchte Version mit 42% schmeckt etwas schärfer, überzeugt aber ansonsten auch nicht mit besonders hoher Komplexität.

Von den teuren limitierten Editionen (bspw. Bombay Sapphire Discover Limited Edition mit Lupe) kann man meines Erachtens nach genau so die Finger lassen wie vom billigeren Bombay Original Dry Gin (weißes Etikett; ohne den Zusatz „Sapphire“). Das gesparte Geld kann man besser in andere, kreativere Gins investieren.

Fazit: Den Bombay Sapphire sollte man als sichere Bank im eigenen Sortiment haben, eine Offenbarung in Sachen außergewöhnlichen Geschmacks ist er allerdings nicht. Dennoch macht man nicht viel verkehrt, besonders für unaufdringliche Mix-Getränke eignet sich der Klassiker allemal.

Die Ein-Liter-Falsche Bombay Sapphire Gin mit 47% kostet etwa 25 Euro, die 40%-Variante etwa 23 Euro (etwa bei Amazon).

Auf den Geschmack gekommen? Dann geht’s gleich weiter mit dem Dà Mhìle Seaweed-Gin.